Der Tag mit dem Garten als inhaltlichem Schwerpunkt beginnt mit einem kleinen Rundgang durch den Garten des Woldenhofes, um alle mit der Örtlichkeit vertraut zu machen. Die geplanten Arbeiten werden besprochen und gegebenenfalls Kleingruppen eingerichtet.
Die Bedeutung der Bodenfruchtbarkeit und Maßnahmen zu deren Verbesserung sind eine zentrale Aufgabe auf vielen Arbeitstagen im Garten. Mal muss der Kompost umgesetzt werden, mal wird Mist und Kompost durch Umgraben in den Boden eingearbeitet. Nebenbei erfahren die Kinder von der Kunst, einen guten Kompost zu machen und vom Kreislauf des Werdens und Vergehens. Auch Segen und Fluch von Dünger mit den daraus resultierenden Umweltgefahren bleiben nicht unberührt. Natürlich schauen wir auch immer mal etwas genauer in den Kompost mit seinen Bewohnern hinein. Hier verlieren die Kinder nicht nur die Scheu vor den im Boden lebenden Helfern sondern können auch für unsere gackernde Hühnerschar einige Leckerbissen heraussammeln.
Vor allem in den Frühjahrsmonaten steht die Aussaat und Auspflanzung von Gemüse und Kräutern an, die mitunter schon im Folientunnel vorgezogen wurden. Wie bekommt man es dabei hin, über einen möglichst langen Zeitraum immer frisches Gemüse zu ernten? Welche Gemüse- und Kräutersorten kann man gut miteinander kombinieren, so dass auch der Schädlingsbefall in Grenzen bleibt? All diese Fragen sind nicht nur spannend für viele unserer Gäste sondern auch wichtig für uns als Bio-Betrieb, wo das Spritzen von Gift natürlich absolut tabu ist.
Unsere fruchtbare Gartenerde bringt aber nicht nur Gemüse, Kräuter und Beeren hervor sondern auch die manchmal recht lästig werdenden "Unkräuter". Daher ist auch die Pflege der Beete fast immer auch ein Programmpunkt. Bevor es dabei aber langweilig werden kann, steht immer auch die Kunde der verschiedenen Wildkräuter auf der Tagesordnung. Überraschend für viele Kinder ist dann, dass sich aus vielen scheinbar lästigen Kräutern kurzerhand auch ein leckerer Wildkrautsalat machen lässt. So geht nichts verloren und die Geschmackssinne beim Verzehr der verschiedenen Wildkrautarten werden trainiert.
Ein besonders schönes Erlebnis ist es immer, wenn die angebauten Gartenfrüchte geerntet, zubereitet und gekostet werden können. Vor allem bei schönem Wetter nutzen wir dann mitunter die Gelegenheit und kochen über dem offenen Feuer im Bereich der Feuerstelle.
Damit Geschmack an das Essen kommen kann, dafür sind die vielen im Garten angebauten Gewürze und Kräuter hilfreich. Dass man dann gar nicht so sehr auf viel Salz und Pfeffer zurückgreifen muss, ist eine von den Kindern mitgenommene Botschaft, die eine gesündere Ernährung daheim erleichtern. Eine Rolle spielen die Kräuter aber nicht nur beim Kochen sondern auch für die Schulung des Geruchssinns im Rahmen des Gartentages. Nicht zu unterschätzen ist auch die Bedeutung der Kräuter als begehrte Nektarquellen für die vielen verschiedenen Arten von Wildbienen, Solitärwespen, Schwebfliegen und Schmetterlingen. Da wir diese im Falle der Solitärwespen als nützliche Gegenspieler von Schadinsekten oder im Falle der Wildbienen als Bestäuber fördern möchten, kann je nach Jahreszeit und Wetter auch das Basteln von Nisthilfen für Gartennützlinge anstehen.
Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Arbeiten, bei denen die Schüler mithelfen. Mal ist es der Heckenschnitt, mal die Apfelernte und zum Ende des Jahres die Vorbereitung des Gartens für den Winter.