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Heuherberge
 

Anlass für die Erprobung des Woldenhofs als Heuherberge war das Drängen der Lehrerinnen vor einem Jahr, unbedingt gemeinsam mit zwei Schulklassen auf Klassenfahrt gehen zu wollen. Nach einigem Überlegen entschloss sich das Woldenhof-Team, den Versuch zu wagen, waren die Überlegungen für eine dauerhafte Heuherberge auf dem Heuboden des Woldenhofs doch bereits gereift. „Wir wollten testen, ob die Infrastruktur, die Programme und das Personal die Herausforderung einer zufrieden stellenden Versorgung gerecht werden kann.“ betont Woldenhof-Leiter Michael Steven. Angesichts der Zufriedenheit der jungen Gäste aus der Landeshauptstadt erwiesen sich aber alle Bedenken als unbegründet. „Es hat alles ganz hervorragend geklappt.“

 

Von den 46 Schülern und 4 Lehrkräften waren 20 Schüler im mit Heu als Nachtlager vorbereiteten Woldenhof-Kuhstall untergebracht. Nachdem die Kinder den ersten Abend nach dem Abschalten des Lichts im Kuhstall noch spannend und aufregend erlebten, fühlten sie sich in den folgenden Nächsten pudelwohl. „Es ist richtig bequem und riecht so gut. Da fühlt man sich super wohl.“ verlautete es von Lukas. Das wegen des Ruchgras-Anteils besonders gut riechende Bio-Heu hatte der NABU auf kräuterreichen Feuchtwiesen im Vogelschutzgebiet „Ostfriesische Meere“ geerntet. Für Begeisterung sorgte auch die nächtliche Gesellschaft durch Eulen und Fledermäuse auf und am Hof: In der Scheune des Gulfhofs zog eine Schleiereule ihre beiden Jungen groß und im Umfeld des Woldenhofs entdeckten die Kinder bei einer Nachtwanderung zahlreiche Fledermäuse, deren Rufe eine NABU-Mitarbeiterin mit einem Ultraschall-Detektor hörbar machte.

 

Überhaupt verzückte das Programm sowohl Lehrer wie Kinder. „Die Kinder sind hier immer beschäftigt.“ stellte Klassenlehrerin Wiebke Hentschel erfreut fest. „Für uns ist es schon eine ziemliche Erleichterung, dass wir nicht das Programm machen müssen.“ Dafür sorgten die umweltpädagogischen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Woldenhofs, indem sie die Kinder einfach bei den anstehenden Arbeiten bei der Versorgung der Tiere oder bei der Pflege und Bestellung des Gartens einbanden. So bekam neben dem Füttern und Streicheln der Tiere sogar das Ausmisten des Schweinestalls einen hohen Erlebniswert und eine lobende Erwähnung der jungen Gäste. Denn sie hatten besonders die Bentheimer Landschwein-Sau Greta mit ihren vier Sprösslingen in ihr Herz geschlossen. Mitgehen durften sie auch zu den Kühen auf die Weide, wo sie die Funktionsfähigkeit der Weidetränke und die Stromführung auf dem Weidezaun prüften. Die Woldenhof-Kühe ließen sich aber auch dann nicht aus der Ruhe bringen, als ihnen die Kinderschar wortwörtlich auf das Fell rückte. Selbst die Untersuchung eines von Mistkäfern durchlöcherten Kuhfladens sorgte für Aha-Erlebnisse im Lebensraum Kuhweide: „Da sind ja ganz viele Tiere drin!“ stellte Lisanne erstaunt fest. Verpassen wollte am nächsten Morgen auch keines der Kinder das Melken der Kühe auf dem Nachbarhof Bussen, bei dem sie angesichts niedriger Milchpreise und der Flächenkonkurrenz mit dem Mais für die Biogasanlagen Einblicke in die Sorgen der heimischen Milchbauern bekamen. Nicht zuletzt das Anlegen von Staudämmen mit regulierbaren Entwässerungsmöglichkeiten in den NABU-Feuchtwiesen sorgte schließlich dafür, dass die Kinderschar abends müde in die Kissen beziehungsweise in das Heu sank.

 

In Anbetracht der positiven Erfahrungen mit dem Angebot der Heuherberge steht für das Woldenhof-Team schon jetzt fest: Die Übernachtung im Heu wird neben dem herkömmlichen Schulbauernhofbetrieb ab 2011 zum Regelangebot. Noch Zukunftsmusik, aber vielleicht schon ab 2011 Realität, ist der Umbau des Heubodens zur Heuherberge. Die Planungen dafür laufen.

 

Tipp: Nicht bis zum nächsten Jahr auf die Heuherberge warten müssen die Kinder, die an der in den Herbstferien auf dem Woldenhof stattfindenden Bauernhof-Freizeit teilnehmen. Vom 11.10. bis 16.10.2010 stehen nicht nur die Hoftiere um Schwein Greta, Kuh Larissa und Kater Mephisto, Ausflüge ins Moor und Lagerfeuer auf dem Programm sondern bei geeigneten Temperaturen auch eine Nacht im Heu. „Zumindest wenn keine Heuallergie dagegen spricht.“ betont Woldenhof-Leiter Steven hinzu. Einige Plätze sind für die Freizeit noch frei. Weitere Informationen können unter 04942-990394 erfragt oder im Internet (www.woldenhof.de) nachgelesen werden.

 

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