Natur/Ehrenamt

NABU-Rhauderfehn weiter in der Entstehung

Auch neue Gesichter sind beim zweiten Treffen herzlich willkommen

NABu-Ehrenamtliche. Foto: NABU
Sich gemeinsam für den Naturschutz vor seiner Haustüre einsetzen, dass ist das Leitmotiv des NABU. Foto: NABU

 

Rhauderfehn – In bester Laune und optimistisch zeigten sich die Teilnehmenden des „NABU-Auftakt-Abends“ vor einigen Wochen in der Gaststätte Plümer in Rhauderfehn anlässlich des ersten öffentlichen Treffens zur Aufstellung des NABU vor Ort. Die Interessierten waren aus Rhauderfehn und umliegenden Ortschaften gekommen, um dem reich bebilderten Vortrag „Moorschutz ist Klimaschutz“ zu lauschen, den Jan Schürings von der NABU-Regionalgeschäftsstelle Ostfriesland hielt. Und natürlich um zu erfahren, welchen „bewährten und unkonventionellen Weg“ der NABU nun im Bereich der Gruppen-Neugründung gehen wird. Schürings hatte schnell erklärt, wie es weitergehen soll: In Rhauderfehn soll eine NABU-Gruppen entstehen, die „völlig entvereinsmeiert“ arbeiten kann – „und Naturschutz mit Spaß umsetzen kann“. Diese benötigen keine Vorstände, sondern lediglich ein kleines Gremium aus Sprecherinnen und Sprechern. Unterstützung erfahren sollen diese Ehrenamtlichen durch den Landesverband, insbesondere durch die NABU-Regionalgeschäftsstelle Ostfriesland. So wurde dann auch vereinbart, dass es in Rhauderfehn für alle Naturschutzbegeisterten demnächst „einen festen, wiederkehrenden NABU-Abend“ geben wird.

Beim letzten Treffen stellte Jan Schürings den Zusammenhang zwischen Moorschutz und Klimaschutz vor, berichtete über die zahlreichen Gefährdungen der Moore und Ihrer Schutzmöglichkeiten. Dabei ging er auch auf aktuelle Naturschutzentwicklungen ein („Wir erleben das größte Artensterben der Geschichte – eine Million Tier- und Pflanzenarten sind weltweit bedroht“), machte aber auch Mut, indem er auf viele Naturschutzerfolge seit der Gründung des NABU 1899 einging. Mit etwa 900.000 Mitgliedern und rund 2.000 Gruppen ist der NABU der mitgliederstärkste Umweltverband und kann sich auf zahlreiche erfolgreiche Projekte stützen. „Naturschutz braucht langen Atem, dann zahlt er sich in Erfolgen aus“, sagte der Naturschützer.

 

Der nächste NABU-Abend in Rhauderfehn wird am Donnerstag, 28. Juli um 19:00 Uhr im Restaurant Zagreb (Langholter Str. 30) in Ostrhauderfehn stattfinden – alle Interessierten sind dazu eingeladen. Erneut wird auch Schürings nach Rhauderfehn kommen. In einem Vortrag mit vielen Bildern wird Rüdiger Wohlers, zuständig beim NABU Niedersachsen für Verbandsentwicklung, über die heimischen Gartenvögel berichten. An diesem Abend sollen auch Planungen für weitere NABU-Aktivitäten in Rhauderfehn besprochen werden. Wer zu künftigen NABU-Veranstaltungen im Ort regelmäßig eingeladen werden möchte, kann sich bei Jan Schürings unter Tel. 04941 – 6979 835, mail: info@nabu-ostfriesland.de melden.

 

NABU-Gruppengründung Rhauderfehn

Donnerstag, 28. Juli 2022 um 19 Uhr

 

Restaurant Zagreb

Langholter Str. 30

26842 Ostrhauderfehn

 


Umwelt/Naturschutz

NABU-Negativpreis 'Dinosaurier des Jahres 2021' geht dieses Jahr nach Ostfriesland

Krüger: In Emden und ganz Deutschland wird Natur zubetoniert - bis 2050 ist eine Fläche in der Größe des Saarlands von Versiegelung bedroht

Das zukünftige Baugebiet Emden-Conrebbersweg.
Auf diesen Flächen soll das Baugebiet Emden-Conrebbersweg entstehen. Foto: NABU

Berlin/Emden - Mit dem Negativpreis "Dinosaurier des Jahres" zeichnet der NABU bereits zum 29. Mal die Umweltsauerei des Jahres aus. Preisträger 2021 ist das Baugebiet Conrebbersweg in der Stadt Emden in Niedersachsen. Es wurde von der NABU-Jury stellvertretend für die Naturzerstörung durch Bodenversiegelung in ganz Deutschland ausgewählt. Emden hat eine seit vielen Jahren stagnierende Bevölkerungsentwicklung. Die Einwohnerzahl ist zuletzt knapp unter die Marke von 50.000 gefallen. Für ein großes Baugebiet wird jetzt artenreiches Feucht- und Nassgrünland mit fast flächendeckendem Schutzstatus vernichtet. Auf der Fläche finden sich zahlreiche stark gefährdete Pflanzen- und Vogelarten, darunter Wiesenpieper, Feldschwirl und Kiebitz. Mehr als zwei Drittel des 75 Hektar großen Gebietes sollen versiegelt werden. Es liegt zudem einen Meter unter dem Meeresspiegel. Angesichts der zunehmenden Starkwetterereignisse droht damit nach der Bebauung weiteres Ungemach.

 

NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger: "Wer an Emden und die Nordseeküste denkt, hat vermutlich Wind, Natur und plattes Land in saftigem grün vor Augen. Betonpolitik erwartet an dieser Stelle wohl kaum jemand. Jetzt soll ein landesweit bedeutsames Gebiet für den Biotopschutz zugunsten eines großes Baugebietes unwiederbringbar zerstört werden. Der Dinosaurier des Jahres 2021 geht deshalb nach Emden an den Conrebbersweg. Wir verleihen ihn stellvertretend für die grassierende Bodenversiegelung in ganz Deutschland. Denn Emden ist überall. In fast jeder Kommune der Bundesrepublik werden aktuell Flächenversiegelungen geplant, rund 50 Hektar sind das bundesweit pro Tag. Diese Entwicklung lässt sich nicht unendlich fortsetzen. Deshalb fordern wir von der Bundesregierung eine stärkere Priorisierung der Flächennutzung und eine Reduktion des Flächenverbrauch auf netto Null bis 2030."

 

Die Bundesregierung wollte den Flächenfraß in Deutschland bis 2020 auf 30 Hektar pro Tag reduzieren. Dieses Ziel wurde dann Anfang des Jahres 2018 um zehn Jahre nach hinten, auf das Jahr 2030 verschoben. Erst im Jahr 2050 wird im Klimaschutzplan der Bundesregierung nun das Ziel eines "netto Null"-Flächenverbrauchs angepeilt. Bis dahin würden, nach diesen Plänen von heute, weitere 250.000 bis 260.000 Hektar an zusätzlicher Fläche versiegelt. Das entspricht umgerechnet mehr als 350.000 Fußballplätzen oder der Größe des Saarlands.

 

Natur, Landwirtschaft und Bebauung - vielerorts herrscht großer Wettbewerb ums Land. Die Bundesregierung plant in den Ballungsgebieten den Neubau von 400.000 Wohnungen pro Jahr, soviel realisierte die letzte Regierung in der gesamten Legislatur. Dem stehen rund zwei Millionen leerstehende Wohnungen in ländlichen Regionen und eine durch den demographischen Wandel eher sinkende Bevölkerungszahl gegenüber. Das verdeutlicht die hohe Komplexität bei der Flächenversiegelung, bei der soziale Aspekte, die Verfügbarkeit von Arbeit, aber auch Fragen von Infrastruktur und Verkehr zu berücksichtigen sind. Flächen sind daher möglichst nachhaltig und effektiv zu nutzen. Bei der sogenannten Innenverdichtung wird beispielsweise geprüft, welche Flächen sich innerhalb eines Ortes noch für Bebauung, Aufstockung, Umbau oder Verdichtung anbieten. Gleichzeitig ist auf ausreichend unversiegelte Fläche in den Orten zu achten, auf denen beispielsweise Wasser versickern oder verschattende Bepflanzung stehen kann. Baulandmobilisierung in den Außenbereichen von Ortschaften bedeutet hingegen weitere Flächenversiegelung. Zwar werden dabei oft Ausgleichsmaßnahmen vorgesehen, die den Verlust an Biodiversität kompensieren sollen. Ein qualitativer Ausgleich der zerstörten Flächen wird jedoch nur selten und wenn, dann erst nach vielen Jahren erreicht. Die Ampelkoalition hat das Problem erkannt und im Koalitionsvertrag angekündigt das Baugesetzbuch dahingehend überprüfen zu wollen, unter anderem soll der umstrittene §13b gestrichen werden, der die Außenbebauung vereinfacht. Der NABU regt zusätzlich an, Wachstumsfehlanreize für Ortschaften aufgrund der Hauptansatzfaktoren des Finanzausgleichs auf Landesebene zu reduzieren.

 

 

Mit dem "Dinosaurier des Jahres", eine 2,6 Kilogramm schweren Nachbildung einer Riesenechse, zeichnet der NABU seit 1993 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus, die sich durch besonders rückschrittliches öffentliches Engagement in Sachen Natur- und Umweltschutz hervorgetan haben. Seit 2020 werden nicht mehr Personen, sondern konkrete Projekte als Umweltsauerei des Jahres ausgezeichnet. Preisträger 2020 war das Autobahnprojekt A26 Ost.


Der NABU gibt Auskunft zu Natur und Umwelt…

Bei  allen Fragen rund um Vögel, Pflanzen, andere Tiere, Natur- und Umweltschutz sowie Gartenthemen.

NABU-Naturtelefon

Tel. 030 – 284 984 – 6000

Montag bis Freitag: 9.00 – 16.00 Uhr


Verletzter Vogel - Was tun?

Die Vogelpflegestation Norden-Norddeich gibt Informationen was bei Vogelfunden zu tun ist

In der untenstehenden pdf-Datei finden Sie Hinweise und die Kontaktdaten der Vogelpflegestation Norden-Norddeich, was bei verletzten Wildvögeln zu tun ist.

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Vogelfund - Was nun?
Informationen der Vogelstation im Waloseum (Norden-Norddeich) was bei verletzten Vögeln zu tun ist.
Vogelwasnun.pdf
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Willkommen beim NABU Ostfriesland

Für Mensch und Natur

Die Uferschnepfe, ostfriesisch auch Greta genannt, ist ein Charaktervogel der offenen Weidelandschaft
Die Uferschnepfe, oder auch Greta wie sie von den Ostfriesen liebevoll genannt wird, ist ein typischer Charaktervogel der ostfriesischen Feuchtwiesen Foto: NABU/Erwin Bette

Der Naturschutzbund Deutschland e.V. - NABU - möchte Menschen dafür begeistern, sich durch gemeinschaftliches Handeln für die Natur einzusetzen. Wir wollen, dass auch kommende Generationen eine Erde vorfinden, die lebenswert ist, die über eine große Vielfalt an Lebensräumen und Arten, sowie über gute Luft, sauberes Wasser, gesunde Böden und ein Höchstmaß an endlichen Ressourcen verfügt. Auf diesen Seiten möchten wir Ihnen unsere Arbeit vorstellen und Perspektiven für eine lebenswerte Zukunft entwickeln.

 

In diesem Jahr bieten wir wieder eine Vielzahl naturkundlicher Exkursionen in die Natur an, bei denen Sie Gelegenheit haben, die artenreiche Tier- und Pflanzenwelt Ostfrieslands kennen zu lernen. Wir freuen uns auf Sie und viele schöne gemeinsame Beobachtungen!

  

Wenn Sie sich vorstellen können für die Natur hier in Ostfriesland aktiv zu werden, schauen Sie doch einmal bei unserer wöchentlichen Sprechstunde vorbei. Weitere Informationen erhalten Sie beim Regionalgeschäftsführer oder indem Sie über unser Kontaktformular mit uns in Verbindung treten.