Naturerleben/Kinder


NAJU Aurich sucht weitere Betreuer für Kindergruppe

Treffen am kommenden Donnerstag soll über Naturschutzjugend informieren

Aurich – Kindern die Natur näher zu bringen, das ist die Zielsetzung der NAJU (Naturschutzjugend) Aurich. Die NAJU ist die Kinder- und Jugendorganisation des NABU. Im Vordergrund steht dabei das sinnliche Erleben der natürlichen Umwelt, das Verständnis für ökologische Zusammenhänge und natürlich jede Menge Spaß. Da einige Betreuerinnen und Betreuer in letzter Zeit aus beruflichen und privaten Gründen nicht mehr zur Verfügung stehen, sucht die NAJU Aurich weitere ehrenamtliche Betreuerinnen und Betreuer. Spezielle Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Auf einem Treffen am kommenden Donnerstag, den 18. Juli, soll über Möglichkeiten sich einzubringen, gesprochen werden. Das Treffen findet um 19 Uhr in der NABU Regionalgeschäftsstelle Ostfriesland, Osterstr. 31, in Aurich statt. Interessenten können sich unter 04941-6979 835 oder info@nabu-ostfriesland.de melden.


Tiere/Umwelt


NABU Ostfriesland: Tierleid durch falsch verstandene Tierliebe

NABU schlägt Alarm: Eingesammelte Vögel und Igel, Frösche im Eisschrank

Hannover, Leiferde, Aurich – Der NABU Niedersachsen, insbesondere das NABU-Artenschutzzentrum Leiferde, aber auch der NABU Ostfriesland und seine Gruppen, werden infolge falsch verstandener Tierliebe durch vermehrt „eingesammelte“ Wildtiere geradezu ‚geflutet‘. Dies gilt sowohl für scheinbar verlassen geglaubte Jungvögel, die mitunter sogar aus Nestern genommen werden, als auch für Igel, die bereits im Hochsommer angesichts eines vermuteten „Wintereinbruchs“ aus der Wildbahn entnommen werden. Bis hin zu mit Keschern eingefangenen Schwalben und Fröschen im Eisschrank oder Marienkäfern im Kissenbezug. Hinzu kommt die ungeheure Zahl der Jungvögel, die infolge des dramatischen Rückgangs der Insekten aus Nahrungsmangel in den Auffangstationen landen.

 

Bärbel Rogoschik, Leiterin des NABU-Artenschutzzentrums, und Rüdiger Wohlers vom NABU-Landesverband, gaben nun Auskunft über diese Entwicklung sowie den sich dramatisch verschärfenden, alarmierenden Trend des voreiligen ‚Tierschutzes‘. „Wesentlicher Auslöser für solche Situation ist die zunehmende Naturentfremdung“, so Rüdiger Wohlers. „In der Regel handeln die Menschen in dem Willen, etwas Gutes tun zu wollen – das sich dann mangels einfachsten Wissens oft ins Gegenteil umkehrt.“

 

Prominente Opfer sind vor allem Jungvögel. Diese werden aufgesammelt – stellenweise sogar direkt aus Hecken oder Nistkästen heraus – und mit nach Hause genommen oder sollen vom Artenschutzzentrum aufgenommen werden. „Viele ‚Tierfreunde‘ reagieren verärgert, wenn wir die Aufnahme verweigern“, erklärt Bärbel Rogoschik. „Aber würden wir jedes Tier aufnehmen, das eigentlich keiner Hilfe bedurft hätte, ehe es von jemandem aufgesammelt wurde, könnten wir uns nicht mehr für die tatsächlich in Not geratenen Tiere einsetzen.“ Doch nicht alle Tiere werden aufgelesen. „Es gab auch Situationen, in denen flügge Jungvögel immer wieder aufs Neue in den Nistkasten ‚gestopft‘ worden sind“, berichtet Rüdiger Wohlers, „weil sie dort ja ‚hingehören‘“. Nur durch die Aufklärung des erfahrenen NABU-Mitarbeiters konnte vermieden werden, dass den jungen Vögeln nichts passiert ist.

 

Neben Jungvögeln trifft es auch Igel besonders häufig. Seit vielen Jahren raten Wildbiologen und Naturschützer davon ab, Igel im Winter ins Haus zu nehmen – was naturschutzrechtlich auch verboten ist, da sie geschützte Wildtiere sind. Nur in extremen Notlagen (verletzte oder geschwächte Tiere) dürfen sie vorübergehend in Pflegschaft genommen werden. Dann sollten sie außerdem einem Tierarzt vorgestellt werden und möglichst einer anerkannten Aufnahmeeinrichtung übergeben werden, welche die Igel dann wieder in die Freiheit entlässt, sobald sie gesund sind. Doch immer noch hält sich in Teilen der Bevölkerung der Irrglaube, jeder im Herbst herumlaufende Igel sei ‚todgeweiht‘ und müsse unbedingt eingesammelt werden – was für viele Tiere schlussendlich den Tod bedeutet. Auch hier stoßen die NABU-Mitarbeiter auf viel Unverständnis und müssen sich mit aggressiven Telefonanrufen oder Besuchen auseinandersetzen.

 

Alle sind gefragt

Der NABU fordert, bei offensichtlichen Verletzungen zu handeln. Befindet sich beispielsweise ein Jungtier auf einer Straße (nicht auf Autobahnen!), sollte das Tier mit Handschuhen in die Nähe ins Grüne gesetzt werden. Unverletzte Tiere müssen auf jeden Fall in Ruhe gelassen werden. Verhalten sich diese dennoch auffällig, sollten sie zuerst aus sicherer Entfernung (mindestens zehn Meter, je nach Tierart) beobachtet werden. Wer sich unsicher ist, kann dem Artenschutzzentrum Leiferde auch ein Foto der Situation schicken, damit die Expertinnen und Experten sich diese anschauen und einschätzen können.

 

Weiterhin fordert der NABU, verstärkt auf Umweltbildung zu setzen, um die natürlichen Zusammenhänge der Natur zu vermitteln. Alle können ihren Beitrag leisten und mögliche Unfallursachen für Tiere beseitigen: Müll nicht in der freien Landschaft entsorgen, Netze nicht über Sträucher und Bäume im Garten spannen, Kellerschächte überdecken oder große Fensterscheiben mit Aufklebern und Rollos versehen.

 

Kuriose Vorfälle falsch verstandener Tierliebe

Abseits von Jungvögeln und Igeln kann Rüdiger Wohlers mittlerweile von zahlreichen kuriosen Vorfällen berichten, bei denen vermeintliche Tierschutz-Einsätze ad absurdum geführt wurden. Dazu gehören zum Beispiel mit Keschern eingefangene Schwalben, die in einer Scheune festgehalten wurden, damit sie „nicht gefressen werden“. Ein anderes Beispiel ist die Aufnahme von Fröschen, damit diese „nicht im Modder überwintern müssen“, dafür aber in den Eisschrank gelegt wurden, was die Tiere kaum überlebt haben dürften. Auch besonders kleine Tiere sind nicht vor dem höchst motivierten Einsatz mancher Tierfreunde gefeit: Damit Marienkäfer es im Herbst mollig warm haben, wurden sie aus dem Garten gesammelt und in einem Kissenbezug „zum Aufwärmen ans Fußende“ gelegt – doch sobald die Käfer „anfingen stärker zu riechen, solle der NABU diese doch bitte abholen“.

 

„Schon etwas länger her, aber noch gut im Gedächtnis“, erinnert sich Wohlers an ein weiteres Kuriosum, das sich im Jahr 2001 ereignete, nachdem der erste „Harry Potter“-Film in den Kinos erschien. „In dieser Zeit konnten vermehrt Anrufe von Eltern und Großeltern verzeichnet werden, die ihren Kindern und Enkeln zu Weihnachten eine Eule schenken wollten. Da konnten wir zum Glück aufklären, dass es solche Eulen nur als Stofftiere zu erwerben gibt.“

 

Ohnehin werden Tiere aus dem Garten schnell als hilflos oder schutzbedürftig eingeschätzt. Rüdiger Wohlers erinnert sich an einen Fall, in dem ein Eichhörnchen des heimischen Grundstückes eingefangen und in die Werkstatt gesperrt worden ist. „Ich wurde nach Eichhörnchenfutter gefragt, das macht einen natürlich stutzig“, erzählt Wohlers. „Auf Nachfrage erfuhr ich von dem eingefangenen Eichhörnchen, das ‚ordentlich rappelte und schon einiges umgeworfen hätte‘. Das sei aber besser als im Garten, hieß es, ‚weil hier so viele Katzen rumlaufen‘. Das Tier, wohl kurz vor dem Wahnsinn, wurde unmittelbar nach dem Anruf freigelassen“, ergänzt Wohlers erleichtert.

 

Nicht immer gibt es ein Happy End

Doch nicht immer finden solche Geschichten ein gutes Ende. In nicht wenigen Fällen erreichen Rüdiger Wohlers auch Anrufe, in denen kaum Hilfe für die betroffenen Tiere geleistet werden kann. „Uns erreichen auch direkte Anfragen, ob ein Tier getötet werden dürfe“, so Wohlers. „Manchmal wird gar nicht klar, um welches Tier es sich dabei handelt, vor allem wenn die Anrufenden sehr aufgebracht sind.“ So wurde der Mann einer Anruferin wohl gebissen – doch von welchem Tier oder wie schlimm, konnte nicht in Erfahrung gebracht werden. „Die einzige Aussage lautete nur ‚darf ich’s totmachen?‘ bis die Anruferin nach wenigen Nachfragen schließlich ‚jetzt mach‘ ich’s tot‘ ausrief und auflegte“, so Wohlers bekümmert.

 

Weitere Informationen und Tipps unter: www.nabuzentrum-leiferde.de/tierische-notfälle


Insektensterben | Ostfriesland


Landkreise und Gemeinden sollen sich für Förderung von Insekten engagieren

NABU Ostfriesland verabschiedet Resolution

Wiegboldsbur – Mit dem Thema Insektensterben hat sich der NABU Ostfriesland jetzt auf seiner Regionalverbandstagung in Wiegboldsbur beschäftigt. Im Ergebnis wurde eine Resolution beschlossen: „Damit sollen die ostfriesischen Landkreise, aber auch die Gemeinden und andere gesellschaftlich relevante Institutionen im Rahmen ihrer regionalen Möglichkeiten zu mehr Engagement bei diesem wichtigen Umweltthema bewegt werden,“ betonte Elke Dirks, Vorsitzende des NABU Regionalverband Ostfriesland. Ziel sei die Entwicklung einer Strategie, kein Aktionismus.

 

Bislang geschehe gegen die dramatischen Rückgänge der Insektenbiomasse und der Insektenartenvielfalt viel zu wenig, war das Fazit der Teilnehmer an der Regionalverbandstagung. Zuvor hatten sie sich von Michael Steven, Leiter der Ökologischen NABU-Station Ostfriesland, über die wissenschaftlichen Grundlagen des Insektenschwunds informieren lassen. Auf Einladung des Regionalverbandes beleuchtete er insbesondere die Frage, wie belastbar die Untersuchungen des Entomologischen Vereins Krefeld sind, die als erste quantitative Analysen des bereits lange vermuteten Rückgangs vorlegten und damit die Öffentlichkeit alarmierten. Die Delegierten des NABU zeigten sich nach dem Vortrag überzeugt, dass die durch Langzeituntersuchungen aufgedeckten Verluste an Insektenbiomasse um 75% seit Anfang der 1990er Jahr sogar in Schutzgebieten bittere Realität sind und diese Entwicklung auch nicht vor Ostfriesland halt gemacht hat. „Auch hier in der Region haben alle am Beispiel der heute kaum noch bei Fahrten über Land auftretenden Verschmutzung der Windschutzscheiben durch tote Insekten selbst festgestellt,“ hob Elke Dirks hervor. Der Insektenschwund habe auch nicht erst seit Ende der 1980er Jahre eingesetzt, zu dem Zeitpunkt sei nur das Monitoring begonnen worden.

 

Als Ursachen des Insektenschwundes sieht auch das Bundesumweltministerium zu viele Insektengifte und Düngemittel in der Landschaft, den Rückgang und die vielerorts zu intensive Beweidung, die Versiegelung der Natur auf bebauten Flächen und unnötigerweise inzwischen selbst in manchen Gärten, Lichtverschmutzung und der Verlust an naturnahen Rückzugsräumen. Aus den Ursachen ließen sich aber auch Ansätze ableiten, wie man dem Rückgang in der Region entgegen treten könne, so Elke Dirks. Mit der Ursachenbeschreibung solle keine Schuldzuweisung verbunden werden, da eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung besteht, heißt es in der Resolution. Auch viele der landwirtschaftlichen Betriebe wünschten sich dringend andere Rahmenbedingungen, die ihnen eine stärkere Berücksichtigung von Umweltbelangen und auch kleineren Betrieben ein Überleben eröffnen würde. Sie seien Verbündete, nicht Gegner, sind sich die NABU-Delegierten einig. Dennoch müssten Lösungsansätze für das gravierende Problem des Insektensterbens ganz wesentlich auch bei den die Landwirtschaft betreffenden Maßnahmen ansetzen. Diese werden maßgeblich auf der EU-, Bundes- und Landesebene bestimmt. Gleichwohl gebe es eine ganze Reihe von Möglichkeiten, wie auch auf regionaler Ebene dem Insektensterben entgegen gewirkt werden kann. Eine Liste von Bausteinen für eine Strategie wurde zusammengestellt und soll den Landkreisen und Gemeinden zur Verfügung gestellt werden. Beispiele dafür seien die Qualitätssicherung von Blühflächen-Initiativen, die Aufwertung von Wege- und Gewässerrandstreifen als Insektenlebensräumen, die Entwicklung von Insektenarchen und Maßnahmen gegen die Lichtverschmutzung. Erreichen möchte der NABU Ostfriesland, dass die Landkreise und Gemeinden der Region die vom Bund über das Aktionsprogramm Insektensterben bereitgestellten Fördermittel auch für Insekten fördernde Maßnahmen in Ostfriesland einwerben.

Download
Resolution des NABU Ostfriesland zur Entwicklung einer regionalen Strategie gegen das Insektensterben
Die vollständige Resolution sowie die Liste der vorgeschlagenen Maßnahmen hält der NABU Ostfriesland hier bereit.
Resolution-Forderung Strategie gegen Ins
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Willkommen beim NABU Ostfriesland

Für Mensch und Natur

Die Uferschnepfe, ostfriesisch auch Greta genannt, ist ein Charaktervogel der offenen Weidelandschaft
Die Uferschnepfe, oder auch Greta wie sie von den Ostfriesen liebevoll genannt wird, ist ein typischer Charaktervogel der ostfriesischen Feuchtwiesen Foto: NABU/Erwin Bette

Der Naturschutzbund Deutschland e.V. - NABU - möchte Menschen dafür begeistern, sich durch gemeinschaftliches Handeln für die Natur einzusetzen. Wir wollen, dass auch kommende Generationen eine Erde vorfinden, die lebenswert ist, die über eine große Vielfalt an Lebensräumen und Arten, sowie über gute Luft, sauberes Wasser, gesunde Böden und ein Höchstmaß an endlichen Ressourcen verfügt. Auf diesen Seiten möchten wir Ihnen unsere Arbeit vorstellen und Perspektiven für eine lebenswerte Zukunft entwickeln.

 

In diesem Jahr bieten wir wieder eine Vielzahl naturkundlicher Exkursionen in die Natur an, bei denen Sie Gelegenheit haben, die artenreiche Tier- und Pflanzenwelt Ostfrieslands kennen zu lernen. Wir freuen uns auf Sie und viele schöne gemeinsame Beobachtungen!

  

Wenn Sie sich vorstellen können für die Natur hier in Ostfriesland aktiv zu werden, schauen Sie doch einmal bei unserer wöchentlichen Sprechstunde vorbei. Weitere Informationen erhalten Sie beim Regionalgeschäftsführer oder indem Sie über unser Kontaktformular mit uns in Verbindung treten.